Geschichte

Chronik der Feuerwehrkapelle von 1884 e.V.
(wird zur Zeit überarbeitet)

Aus den Anfängen der Feuerwehrkapelle von 1884 e.V. gibt es nur spärliche Unterlagen. Nach mündlichen Berichten ist bekannt, dass Rektor Heinrich Fortmann als Hauptmann der von ihm mitbegründeten Freiwilligen Feuerwehr den Dienst in der Wehr durch Musik aufzulockern suchte. Er rief ein Trommler- und Pfeiferkorps ins Leben. 1884 marschierten zum ersten Mal die Schützen der Stadt mit Musik zum Schützenhof.
Nach einiger Zeit gesellten sich einige Blechbläser zu den Spielleuten und eine kleine Blaskapelle entstand, die auch in den Ortschaften außerhalb Cloppenburgs musizierte.
1914 wurden die Soldaten, die ins Feld ziehen müssen, von der Feuerwehrkapelle zum Bahnhof geleitet, bis die Musiker selbst eingezogen wurden.
Erst nach dem ersten Weltkrieg fanden sich die noch lebenden Musiker mit einigen anderen wieder zu einer sehr kleinen Kapelle zusammen. 1920 waren es neun Mitglieder, die zu mancherlei Anlässen die Musik stellten.
Ab 1929 hat die Kapelle dem jungen Trompeter Fritz Schnötke eine Chronik zu verdanken, in der von diesem Zeitpunkt an alles, was wichtig schien, dokumentiert wurde. Fritz Schnötke war lange Jahre Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer sowie über 60  Jahre Musiker der Kapelle.
1929 gingen die Musiker der Kapelle wegen Streitigkeiten über Eigentumsrechte an den Instrumenten auseinander. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 spielte hier sicher eine Rolle. Es fehlte nun an Geld für Instrumente und Noten. Einige Musiker jedoch setzten alles daran, den Verein wieder aufzubauen.
Unter der Leitung des ehemaligen Militärmusikers Franz Kostka konnte aber bereits 1930 das Osterfeuer wieder musikalisch umrahmt werden. Bei fast allen städtischen und kirchlichen Veranstaltungen wirkte die Feuerwehrkapelle nun mit.
Im Dezember 1933 gab Franz Kostka sein Amt an den neuen Dirigenten August Decker ab, ebenfalls ein ehemaliger Militärmusiker. Seine vielfältigen musikalischen Kenntnisse ermöglichten der Feuerwehrkapelle nun einen großen Aufschwung.
Ab 1935 aber wurden die Proben immer weniger besucht und sogar eingestellt. SA-Dienst, Feuerwehrdienst und auch noch Musik waren manchen Mitgliedern zu viel. Von den vier vor der NS-Zeit existierenden Kapellen (Feuerwehrkapelle, Kapelle des Arbeitervereins, Kapelle ‚Harmonie’ Vahren und Gymnasialkapelle) war schließlich keine mehr spielfähig.
Nach langen Verhandlungen aller führenden Männer der Stadt und der NS-Verbände mit Musikzugführer August Decker wurden die Musiker 1936 vom NSKK (NS-Kraftfahrkorps) übernommen und wurden zugleich Mitglieder der Feuerwehr. Bei Parteiveranstaltungen spielten die Musiker in NSKK-Uniform, bei allen anderen Auftritten in Feuerwehruniform sowie im Zweifelsfalle (z.B. 500-Jahr-Feier der Stadt Cloppenburg ) in Zivil.
Zum 55-jährigen Bestehen der Kapelle im Jahr 1939 wurde ein großes Konzert geplant.  Die Vorbereitungen zu diesem Konzert waren getroffen und die Programme schon gedruckt – als am 1. September der Zweite Weltkrieg ausbricht. Die meisten Musiker wurden zum Militärdienst einberufen. Das Konzert konnte nicht mehr stattfinden.
Während des Krieges ruhte der Musikbetrieb vollends. Zu vereinzelten kleinen Veranstaltungen wurde nur eine kleine Streichmusik gestellt. Über die Hälfte der Mitglieder waren Soldaten.
Als tief erschütterndes Ereignis traf die Kapelle im Jahr 1942 der Tod des Dirigenten August Decker. Bei seiner Beerdigung gaben ihm die noch verfügbaren Musiker das letzte Geleit.
Nach Kriegsende 1945 wurde nur zu den kirchlichen Prozessionen Musik gestellt. Die aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehrenden Musiker wurden von Herrn Eduard Grüner dirigiert. Im Februar 1949 stellte die Kapelle mit ihrem neuen Dirigenten Kurt Gundermann die Musik für den Cloppenburger „Holzschuhball“, der vom Heimatbund veranstaltet wurde, trat aber auch auf verschiedenen Platzkonzerten, Prozessionen und Ständchen auf.

Beim 50-Jährigen Bestehen der Kleinbahn Cloppenburg-Lindern-Landesgrenze 1950 konzertierte die Feuerwehrkapelle auf jedem Bahnhof. 1952 starb Kurt Gundermann plötzlich. Wieder war die Kapelle ohne Führung. Die Proben mussten für kurze Zeit eingestellt werden.
Am 3. Januar 1953 wurde Martin Plagemann als neuer Dirigent verpflichtet. Nun fehlte es aber an jungen Nachwuchskräften. 18 junge Leute meldeten sich aber Gott sei Dank nach einem Aufruf. Doch die Probenbeteiligung ließ schnell wieder nach und bei Auftritten fehlten führende Stimmen. Martin Plagemann trat zurück. Wieder einmal suchte die Kapelle nach einem Dirigenten. Übergangsweise übernahm Rolf Jähn die Leitung.
1954 erklärte sich Hermann Martin aus Quakenbrück bereit, bei guter Mitarbeit der Musiker die Feuerwehrkapelle zu übernehmen. Bald herrschte ein neuer Geist in der Kapelle. Denn mit dem neuen Dirigenten gewann die Cloppenburger Feuerwehrkapelle 1955 bei einem Musikwettstreit in Förste (Harz) den 1. Preis der Spielklasse I und den Ehrenpreis des Musikfestes.
Zu Beginn des Jahres 1955 wurde beschlossen, der Feuerwehrkapelle einen Spielmannszug anzugliedern. Dieser stellte sich am 1. Mai 1956 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.
Durch ihre Konzerte und Erfolge bei Musikwettstreiten machte die Feuerwehrkapelle in den folgenden Jahren immer wieder auf sich aufmerksam, z.B. mit dem „Großen Deutschen Zapfenstreich“, aufgeführt 1958 zusammen mit dem Spielmannszug Cloppenburg vor dem Rasteder Schloss.
1959 trat Hermann Martin aus beruflichen Gründen von seinem Dirigentenamt zurück. Der stellvertretende Dirigent Fritz Schwarz übernshm die vorläufige Leitung. Zum 75-Jährigen Jubiläum der Feuerwehrkapelle fand unter der Leitung des neuen Dirigenten Obermusikmeister a. D. Herbert Prager ein großes Konzert statt.
1960 bestand die Kapelle aus 28 aktiven Musikern. Es folgte eine mehrjährige Zeit, die geprägt war von regelmäßigen Konzerten und Auftritten in der weiteren Umgebung, aber ohne größere und einschneidende Ereignisse.
1966 folgte das nächste Tief, wieder fehlten Nachwuchskräfte. Durch Weggang einiger Musiker zur Bundeswehr oder ins Studium wardie Kapelle kaum noch spielfähig. Auch melodieführende Instrumentalisten fehlten nun. Die Kapelle bestand ihre kleinen Auftritte zum Teil nur noch mit 11 Bläsern. Auf einen Zeitungsaufruf meldete sich niemand. Im April 1967 wurde mit Aushilfskräften dann doch ein Konzert veranstaltet, um neue Mitglieder zu werben. Diesmal mit mehr Erfolg Neue Musiker konnten nun die Lücken füllen. Im gleichen Jahr wurde Günter Ellmann 1. Vorsitzender der Feuerwehrkapelle.
1968 musste die Kapelle sich wieder einmal nach einem neuen Dirigenten umsehen. Herbert Prager konnte aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt in Zukunft nicht mehr ausüben. Dazu kam die Sorge um den Fortbestand des Vereins. Mit inziwischen wieder nur noch 14 Musikern war man nicht mehr in der Lage, größere Auftritte anzunehmen. Die Nachwuchsförderung wurde unbedingt notwendig. Wieder entfiel das Jahreskonzert.
Herbert Brinkmann übernahm am 16. August 1968 das Amt des Dirigenten. Dem ehemaligen Dirigenten des Musikvereins Kellerhöhe gelang eine Zusammenarbeit der beiden Kapellen durch gegenseitiges Aushelfen.
Am 13. Februar 1969 starb Herbert Prager. Einige junge Musiker waren in diesem Jahr der Feuerwehrkapelle beigetreten, sodass es wieder aufwärts ging.
Doch erst 1971 gab es das nächste große Konzert. In diesem Jahr konnte mit Hilfe von Spenden ein prachtvoller Schellenbaum angeschafft werden. Im November 1971 wurde eine Jugendabteilung gegründet, deren Ausbilder Herbert Brinkmann wurde. Fast 40 Mädchen und Jungen, von denen noch heute einige der Kapelle angehören, erlernten ein Blasinstrument. Das tat der Kapelle nachhaltig gut.
1974 wechselte die Feuerwehrkapelle ihren Übungsraum. Sie zog aus dem Versammlungsraum im Feuerwehrhaus in einen nicht mehr genutzten Gymnastikraum der Turnhalle an der Friesoyther Straße. Am 23. Mai des Jahres fand in Cloppenburg das Kreismusikfest statt. Am 3. November gab die Kapelle aus Anlass des 90-jährigen Bestehens eine Feierstunde mit Konzert.
1975 machte sich der Spielmannszug selbstständig. Im August des Jahres spielte die Feuerwehrkapelle aus besonderem Anlass im Museumsdorf. Denn der 3,5-Millionste Besucher durfte eine Woche das Leben im Dorf alter Zeiten kennen lernen. Das ZDF strahle hierzu einen Bericht aus, zu dem die Kapelle für die musikalische Umrahmung verpflichtet wurde.
1976 meldeten sich 45 neue Jugendliche für die Jugendabteilung. 20 Jugendliche der ersten Jugendabteilung wurden ins Hauptorchester übernommen.
1977 fand erstmalig das Cloppenburger Cityfest statt, an dem die Feuerwehrkapelle mit mehreren Auftritten beteiligt war. Höhepunkt war hier die Aufführung des ‚Großen Deutschen Zapfenstreichs’.
1979 beging die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cloppenburg ihr hundertjähriges Bestehen. Die Feuerwehrkapelle, vor 95 Jahren gegründet, übernahm die musikalische
Gestaltung.

(wird fortgesetzt)